Die Sphinx, die Schädel und die verräterischen Artefakte (Teil 4/4)
„Kühner, als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu hinterfragen.“
(Alexander von Humboldt)
Wir waren in unterirdischen Welten, auf rätselhaften Bergen und vor der Küste Japans. Die Steine haben gesprochen – oder zumindest geflüstert.
Doch die KI hatte noch mehr zu sagen. Ich stellte die nächste Frage:
Die erste Frage des vierten Teils
„Nimm mal hypothetisch an, dass unsere offizielle Geschichtsschreibung nicht stimmt und Du würdest diese Position vertreten. Wie würdest Du argumentieren?“
Dazu noch einige Gedanken meinerseits.
„Weil Du die deformierten Schädel anführst. Es gibt ja auch noch in der Nazca-Kultur einige und auch an anderen Orten der Erde. Auch auf antiken Abbildungen in Ägypten sieht man verlängerte Schädel. Wo gibt es noch dieses Phänomen?
Außerdem sind die Ausführungen zu Malta und Göbekli Tepe doch eher ein Indiz dafür, dass etwas mit unserer offiziellen Geschichtsschreibung nicht ganz korrekt sein kann? Ich habe auch gehört, dass irgendwo vor der Küste einer der japanischen Inseln im Ozean ein Megalithkomplex gefunden worden sei, der alle Anzeichen hat, künstlich konstruiert worden zu sein. Und dieser Komplex soll nicht der einzige sein.
Es gibt Wasserspuren an der Sphinx in Gizeh, die, laut Untersuchungen von Geologen, viel, viel älter sein sollen, als die offiziell vertretene Theorie zu Ägypten und speziell Gizeh.“
Die Antwort der KI
Die KI antwortete mit einem Plädoyer. Hier sind ihre Argumente:
1. Die "Göbekli-Tepe-Logik" – Das größte Argument gegen den linearen Fortschritt
„Wenn ich für die Alternativgeschichtsschreibung argumentieren würde, wäre meine erste und stärkste Waffe Göbekli Tepe.
Die offizielle Lehre besagte jahrzehntelang, dass die Menschheit erst mit der Erfindung der Landwirtschaft sesshaft wurde und dann begann, Tempel zu bauen. Göbekli Tepe, um 9500 v. Chr. errichtet, ist ein monumentaler Tempelkomplex – errichtet von Jägern und Sammlern, die offiziell noch gar nicht die soziale Organisation für ein solches Projekt hätten haben können.
Wenn die offizielle Chronologie an diesem einen, unbestreitbaren Fund schon so falsch lag – wie sicher können wir uns dann bei anderen Datierungen sein?“
2. Die Yonaguni-Monumente (Japan) – Ein versunkenes Rätsel aus der Eiszeit
„Vor der Küste der japanischen Ryukyu-Inseln liegt die Yonaguni-Struktur – ein Paradebeispiel für die Argumente der Alternativgeschichtsschreibung.
Die gewaltige, 27 Meter hohe, stufenförmige Struktur liegt 25 Meter unter dem Meeresspiegel und besteht aus Gestein, das älter als 10.000 Jahre ist. Vor 10.000 Jahren, während der letzten Eiszeit, lag dieser Bereich trocken. Eine künstliche Struktur dieser Größe wäre ein Beleg für eine bislang unbekannte eiszeitliche Hochseefahrer-Zivilisation.“
3. Der Fall der Sphinx – Wenn Geologen mit Ägyptologen streiten
„Sie sprechen die Wasserspuren an der Sphinx an – ein klassisches Argument der Alternativseite, das auf Robert Schoch (Geologe, Boston University) zurückgeht.
Die Beobachtung: Die Sphinx und ihre Grubenwände zeigen tiefe, vertikale Erosionsspuren, die nicht durch Wind (horizontal) oder Salzsprengung (gleichmäßig) entstehen. Schochs These: Diese Spuren wurden durch Jahrtausende starken Regens verursacht.
Die letzte Periode, in der das Gebiet um Gizeh so starke Niederschläge hatte, endete zwischen 10.000 und 5.000 v. Chr. Die Sphinx müsste also vor dieser Zeit, d.h. vor der offiziell angenommenen Erbauung um 2.500 v. Chr., erbaut worden sein.
Hier stehen sich zwei ‚Wissenschaften‘ gegenüber. Die Ägyptologen sagen 2.500 v. Chr. Die Geologen sagen mindestens 7.000 v. Chr. Warum sollte die geologische Evidenz automatisch der archäologischen Interpretation untergeordnet sein?“
4. Künstliche Schädeldeformation – Ein globales Phänomen
„Künstlich verlängerte Schädel wurden auf fast allen Kontinenten gefunden: In den Anden (Paracas/Nazca in Peru), im Kaukasus, im Irak (wo die Schädel der Sumerer-Könige deformiert waren), im alten Ägypten (darunter Mitglieder der 18. Dynastie, allen voran Echnaton und Nofretete) und auch auf Malta.
Die Alternativthese fragt: Wie kommt es, dass sich Kulturen, die nach offizieller Lehre nie Kontakt hatten, dieselbe aufwendige, schmerzhafte körperliche Modifikation aneignen?
Für die Alternativseite ist dies ein Hinweis auf eine gemeinsame ‚Urelite‘ oder ein globales Wissen.“
5. Die "Konspiration des Mainstreams"
„Keine alternativhistorische Position wäre komplett ohne diesen Schritt: die Kritik an der Institution.
Die offizielle Archäologie ist ein konservatives, oft ideologisch verengtes System. Wer eine Neudatierung der Sphinx vorschlägt, gefährdet nicht nur eine Theorie, sondern sein gesamtes berufliches Standing.
Die offizielle Wissenschaft erklärt das Oklo-Phänomen (ein natürlicher Kernreaktor in Gabun, der vor 1,8 Milliarden Jahren in Betrieb war) als rein natürlichen Prozess. Ein Alternativhistoriker würde sagen: Die physikalischen Bedingungen, die für eine über Hunderttausende von Jahren stabile nukleare Kettenreaktion erforderlich sind, sind so außergewöhnlich spezifisch, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass sie rein zufällig entstanden sind.“
Zusammenfassung des fiktiven Plädoyers
„Die offizielle Geschichte ist eine Linie, die wir durch die Punkte der Vergangenheit gezogen haben. Aber die Punkte selbst – Göbekli Tepe (9500 v. Chr.), Yonaguni (10.000+ v. Chr.), die wassererodierte Sphinx (7000+ v. Chr.), die globalen Schädeldeformationen – passen nicht auf diese Linie.
Sie sind Ausreißer. Die Wissenschaft sucht nach Ausnahmen, um die Regel zu retten. Ich sage: Die Ausreißer sind die Regel. Sie zeigen, dass es vor unserer bekannten Geschichte eine globale, seefahrende, hoch entwickelte Zivilisation gab – deren letzte Überlebende nach der Katastrophe (der Flut, dem Ende der Eiszeit) ihr Wissen an die Sumerer, Ägypter und Olmeken weitergaben.“
Der letzte Teil des Dialogs: OOPArts (Out-Of-Place Artifacts)
Ich fragte weiter:
„Könntest Du bitte noch unerklärliche Artefakte, welche gefunden wurden (z. B. habe ich von einem versteinerten Hammer gehört, welcher in einem Bergwerk gefunden wurde) in Deine Argumentation als hypothetischer Vertreter einer Alternativgeschichtsschreibung mit einbeziehen?“
Die Antwort der KI: Die "rauchenden Colts"
„Absolut. Die ‚unerklärlichen Artefakte‘ – oft als OOPArts bezeichnet – sind ein zentrales Argument der Alternativgeschichtsschreibung. Sie sind für mich keine isolierten Kuriositäten, sondern die ‚rauchenden Colts‘.“
1. Der London Hammer: Ein Hammer in der Kreidezeit
„Gefunden wurde er 1936 in Texas, eingebettet in eine Gesteinskonkretion. Wie kann ein modern anmutender Eisenhammer in Gestein eingeschlossen sein, das angeblich Millionen von Jahre alt ist? Ein Vertreter der Schöpfungsbewegung argumentiert zudem, dass das Eisen ungewöhnlich rein sei – was auf eine Technologie hindeutet, die es offiziell nicht gegeben haben darf. Egal wie man es dreht, dieser Hammer passt nicht in die Schublade.“
2. Der Mechanismus von Antikythera: Ein Analogcomputer der Antike
„Dieses Objekt ist der ‚Superstar‘ der OOPArts. Es wurde in einem Schiffswrack vor der Küste Griechenlands gefunden und stammt aus dem 1. oder 2. Jahrhundert v. Chr.
Die offizielle Geschichte sagt uns, dass die Griechen einfache Zahnräder für Wasseruhren kannten. Doch dieser Mechanismus besteht aus einem komplexen System von mindestens 30 Bronzerädern in einer Miniaturisierung, die eigentlich erst im 18. Jahrhundert möglich war. Er ist ein Analogcomputer zur Berechnung von Planetenpositionen, Mondphasen und sogar Sonnenfinsternissen.
Ein derart komplexes Gerät entsteht nicht aus dem Nichts. Es ist die Frucht einer jahrhundertelangen Entwicklung in der Feinmechanik und Astronomie. Wo sind die Vorgängermodelle? Dieser Mechanismus beweist, dass es ein Wissen gab, das wir dieser Zivilisation nicht zutrauen.“
3. Die Bagdad-Batterie: Elektrizität im Alten Persien
„Dies ist ein Fund, der unsere gesamte Vorstellung von Energiegeschichte herausfordert. Es handelt sich um ein Tongefäß aus der Zeit der Parther oder Sassaniden (ca. 150 v. Chr. – 650 n. Chr.), das einen Kupferzylinder und einen Eisenstab enthält.
Die gängige Lehre besagt, dass Elektrizität erst im späten 18. Jahrhundert entdeckt wurde. Dieses Objekt ist aber effektiv eine galvanische Zelle – füllt man es mit Essig oder Zitronensaft, erzeugt es eine elektrische Spannung.
Die Bagdad-Batterie zeigt, dass das Prinzip der Elektrizität Jahrtausende vor Galvani bekannt war.“
Dieses Gespräch hat nichts bewiesen. Das war auch nicht sein Zweck.
Die offizielle Geschichtsschreibung? Eine Theorie. Die Alternativgeschichte? Auch eine Theorie. Beides sind Modelle, temporäre Gerüste – nützlich vielleicht, aber nicht heilig. Der derzeitige Stand des Irrtums, wie ich gerne sage.
Was ich wirklich weiß? Nichts mit letzter Gewissheit. Und das ist auch gut so.
Heute Morgen war ich im Wald. Umgestürzte Bäume, die vergehen. Bäume, die wachsen. Kein Chaos – nur Sein, das sich immer neu präsentiert. Die Welle erscheint und geht zurück in den Ozean.
Das Doppelspaltexperiment hat uns gezeigt, dass wir unsere Realität selbst mitgestalten. Nicht passiv empfangen – sondern aktiv interpretieren. Jeder Mensch nimmt anders wahr. Jeder lebt in seiner eigenen Welt. Und Welt, so lehrt uns Achim Elfers, kommt von „Werälte“ – Menschenalter. Jeder Mensch hat seine eigene Welt.
Was bleibt, ist der Austausch. Das Staunen darüber, was der andere sieht, wo ich nichts sehe. Die Bereitschaft, die eigene Brille als Brille zu erkennen – nicht als das Auge selbst.
Paul Kosok, einer meiner Lehrer, sagte: „Wir werden die Vergangenheit nie so sehen, wie sie war. Aber wir können lernen, unsere eigenen Brillengläser zu erkennen.“
Vielleicht ist das der eigentliche Wert solcher Gespräche. Nicht die Antworten – sondern die Begegnung. Nicht das Recht-Haben – sondern das Miteinander-Sprechen.
Gehe mit denen, die suchen. Halte dich fern von denen, die meinen, gefunden zu haben.
Dein Frank
Teil 1: Von Atlantis, Lemuria und der ersten Frage
Teil 2: Was, wenn Atlantis wirklich existierte?
Teil 3: Unterirdische Welten und rätselhafte Megalithbauten
Teil 4: Die Sphinx, die Schädel und die verräterischen Artefakte

